Nur medizinische Betreuung reicht nicht

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Delegation aus Kreis in Spanien / Projekt „GRATIN“ vernetzt Berufsfelder für bessere Pflege

Kreiszeitung 23-11-2013

 

SYKE - Pflege endet nicht am Krankenbett. Sie umfasst vielmehr mehrere Felder wie Hauswirtschaft, Ernährung, Körperpflege, Gesundheit und Pflege. Wie sie in einander greifen und wie in Seniorenheimen das Leben so angenehm wie möglich gestaltet werden kann, beschäftigte jetzt die Teilnehmer einer internationalen Konferenz des „Leonardo da Vinci“Partnerprojektes „GRATIN“.

Auch eine Delegation aus dem Landkreis Diepholz ist dafür ins spanische Logroño gereist, wie aus einer Pressemitteilung zu erfahren ist. Mit dabei waren die Lehrerinnen Gisa Schweter, Claudia Naudieth-Brinkmann der Berufsbildenden Schulen (BBS) Syke, die Schülerin des beruflichen Gymnasiums Gesundheit und Pflege Henrike Klein, der Lehrer Hans Grimmelmann-Heimburg (BBZ Ulderup), Klaus Richter (Leiter des DRK-Seniorenheims Barrien), Steffen Richter (Altenpfleger im DRK-Seniorenheim), KimAlisha Baillargeon (AZUBi Altenpflege DRK-Seniorenheim) und Studiendirektor Knut Hancker (Abteilungsleiter für Internationalisierung, BBS Syke).

Derzeit sind 30 Personen aus Island, Dänemark und den Niederlanden in Logroño. „So wie es der Projekttitel schon sagt, geht es in dieser Partnerschaft durchaus auch um Essen“, berichten die Delegierten. Die Teilnehmer seien der Frage nachgegangen „Wie verläuft Dein Leben, wenn Du im Alter nicht länger in der Lage bist, unabhängig von Hilfe zu leben?“ Carmen Corral, Generaldirektorin für soziale Einrichtungen der Landesregierung der Region La Rioja, gab diese im Rahmen einer Diskussion mit den Teilnehmern. So habe sie festgestellt, wie sehr man in Spanien bemüht sei, der älteren Generation einen möglichst langen Verbleib in den sozialen Bindungen der bisherigen Lebensabschnitte zu ermöglichen. „Die Familie, die Sozialgemeinschaft sowie unzählige staatliche Tagespflegeeinrichtungen bieten der Generation der Großeltern an den Wohnorten dafür gute Bedingungen“, so Corral.

Daraus folge, dass bei zunehmend höheren Lebenserwartungen in Europa die Senioren erst im hohen Alter in stationären Einrichtungen wohnen, wenn sie tatsächlich die Hilfe benötigen, die mit diesen Mitteln der dezentralen und ambulanten Unterstützung nicht mehr geboten werden können. Starke Einschränkungen der körperlichen Mobilität und ein sehr hoher und zunehmend ansteigender Anteil an demenzkranken Bewohnern gehören so auch in Spanien zum Alltag in den Seniorenheimen. „Allein medizinische oder Pflegebetreuung genügen auch in Spanien nicht. Teilhabe an der Gemeinschaft, was um die Hand haben, der Friseurbesuch, Maniküre, gesundes und leckeres Essen, Musik, Bewegung und vieles mehr, was zu unser aller Alltag gehören sollte, sind Faktoren, die den Alltag in Seniorenheimen beeinflussen, die die Qualität des Heimes und damit das Wohlbefinden der Bewohner verbessern“, so die Teilnehmer.

Die Projekt-Teilnehmer stellen fest, „dass die Ausbildung in den verschiedenen Berufsfeldern immer auch auf die Verknüpfung dieser Fachgebiete ausgerichtet sein muss“. Vor allem, wenn man im Alter nicht mehr ohne Hilfe einen komplexen Alltag selber gestalten kann, darf die gewohnte Teilhabe an den vielfältigen Lebensbereichen doch nicht enden, sind sie überzeugt.