Lesung „Zeit der Habichte“ mit der Autorin Ursel Bäumer

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Auszüge aus den Berichten der Schülerinnen und Schüler des Grundkurses Deutsch (12. Jg.)


„Am Donnerstagabend, den 31.01.13, trafen sich in der Stadtbibliothek Syke circa 35 Interessierte, inklusive unseres Grundkurses Deutsch des Beruflichen Gymnasiums der BBS Syke, zu einer Lesung von Ursel Bäumer, die ihren Debütroman „Zeit der Habichte“ unter dem Thema ‚Aufbruch‘ vorstellte.“


Von Wiebke, Marah und Lisa

 

Die Autorin

Fotografin: Melanie Hammer


„Die in Münster geborene Autorin Ursel Bäumer studierte Literatur und Kulturwissenschaften in Münster und Bremen. Heute wohnt die Münsteranerin in Bremen und arbeitet als freie Autorin.  Sie war auf zahlreichen Reisen, wie Neuseeland, Asien und Australien.“
Von Jasna,( Kauthar und Kim)

„Zeit der Habichte“

„Die Hauptpersonen des Romans sind die junge Abiturientin Paula und der ungefähr zehn Jahre ältere Journalist Henry. Paula lebt in einem norddeutschen Dorf. Nach ihrem Abitur ist sie noch unentschlossen, wie sie ihr Leben gestalten möchte und jobbt deswegen in einer Kantine und im Kino ihrer Eltern. Eines Tages trifft sie bei Alma, einer Freundin der Familie, das erste Mal auf Henry, einen australischen Journalisten. […]“
„Nachdem sich zwischen den beiden während seines Aufenthalts in Deutschland eine Liebesbeziehung entwickelt, reist Henry zurück und Paula folgt ihm. Dort angekommen, erfährt sie kurze Zeit später den wahren Grund für Henrys Aufenthalt. […]“
„[…] Sie verbringen eine gemeinsame Zeit des näher Kennenlernens, bis zu dem Tag als Henry ein Filmteam in einer australischen  Wüste begleiten muss und Paula in Henrys  Unterlagen stöbert und Informationen über ihre eigene Familie findet, über die Henry recherchiert und ihr gegenüber aber verheimlicht hat. Nach diesem Fund ist sie sprachlos und enttäuscht von ihrer großen Liebe, schließlich hat sie auf ein neues, schöneres Leben gehofft. Stattdessen erfährt sie bisher Unentdecktes über ihren Großvater aus der NS-Zeit in Verbindung  mit Henrys Onkel.
Teil I: Wiebke, Marah und Lisa, Teil II(Fortsetzung): Kira (auch Björn und Eric), Teil III: Jasna (auch Kauthar und Kim)

Vorbereitung und Rahmenbedingungen

„Im Dezember letzten Jahres machte uns unsere Deutschlehrerin Frau Behrens auf den Roman „Zeit der Habichte“ sowie auf die Lesung der Autorin Ursel Bäumer Ende Januar aufmerksam. Nach anfänglichem Zögern - schließlich lag der Termin in den für die Schüler „heiligen“ Ferien - entschloss sich der Kurs doch an der Lesung teilzunehmen. Zur Vorbereitung auf die Lesung beschäftigte sich unser Grundkurs Deutsch mit dem Roman, schließlich wollte niemand ohne Vorkenntnisse in die Lesung gehen.“
Wiebke, Marah und Lisa

„Die Volkshochschule in Syke, die in Kooperation mit der Stadtbibliothek Syke bzw. dem Förderverein der Stadtbibliothek  zusammen arbeitet, hat die Lesung organisiert. Zudem ermöglichte es der Schulförderverein der BBS Syke, den Schülerinnen und Schülern aus dem Grundkurs Deutsch des Beruflichen Gymnasiums zu einem ermäßigten Preis die Lesung hören zu können.“
Jasna (auch Kauthar und Kim)

Erfahrungen/Sichtweisen

„Unter dem Thema „Aufbruch“ teilte Ursel Bäumer ihre Lesung in vier Abschnitte auf. Jedesmal bot sie den Zuhörern einen frei gestalteten inhaltlichen Einstieg in den jeweiligen Handlungsabschnitt sowie eine Erklärung, warum sie sich gerade für diese Stelle entschieden habe. Nach einer Stunde aufmerksamen Zuhörens war die Präsentation zum Ende gekommen. Im Anschluss bekamen die Zuhörer die Möglichkeit, Fragen zum Roman und ihrer Person zu stellen. Weil wir den Auftrag hatten, entweder einen Artikel oder einen Wikipedia-Eintrag zu verfassen, haben wir dieses Angebot gerne wahrgenommen.
Die Autorin erklärte, dass die Idee für den Roman während einer ihrer Reisen durch Australien im Jahr 1999 entstand, als sie dort zufällig auf eine junge Frau mitten in der Wüste traf, die sich unvorbereitet den Bedingungen des australischen Outback ausgesetzt hatte.
Im Gespräch klärte sie auch über die eigene Wahl des Titels auf. Sie beziehe sich dabei auf ihre bildliche Vorstellung, die das Zitat von Lars Gustafsson (das dem Roman vorangestellt ist) auslöse: Ein Habicht fliege über eine Landschaft, die Ruhe darstelle. Deshalb stecke für sie in dem Bild des Habichts, der über einem weitem Moor dahinschwebe, beides: die Ruhe vor dem jederzeit möglichen Augenblick, in der diese umschlage, sobald sich der Habicht pfeilschnell auf seine Beute stürze. Das fasziniere sie an dem Bild und entspreche durchaus der Handlung des Romans.
Im weiteren Verlauf sagte Frau Bäumer, sie habe ihren Roman auf keine spezielle Lesergruppe ausgerichtet und sie denke, er sei für jede Altersgruppe lesenswert. Hinsichtlich ihrer sonstigen Aktivitäten berichtete sie von den Literatur-Projekten mit Bremer Schülerinnen und Schülern, die sie organisiere und bei denen häufig junge Autorinnen und Autoren aktiv mitarbeiteten.
Nach ungefähr eineinhalb Stunden verabschiedeten sich die Organisatorin der VHS, der Leiter des Fördervereins der Stadtbibliothek Syke und das Publikum von der Autorin mit Applaus und Dankesbekundungen.
Bei der Reflexion der Lesung war sich der Kurs einig, dass dies eine gute Erfahrung war, vor allem da viele zuvor noch nie an einer Lesung  teilgenommen hatten. Die Veranstaltung war interessant, gut organisiert und strukturiert. Mit ihrer Offenheit, einem angenehmen Lesetempo und verständlichen Erläuterungen hat die Autorin - offensichtlich bei allen Teilnehmern -  einen sehr sympathischen Eindruck hinterlassen.“
Von Wiebke, Marah und Lisa

„Die Lesung ist nach einer kurzen Vorstellung der Autorin sowie der Veranstalter und einer Einführung von Frau Turner von der Volkshochschule begonnen worden. Der Vortrag wurde auf das Publikum (ca. 30 Personen) abgestimmt […]Die ausgewählten Textpassagen waren interessant, jedoch nicht die spannendsten, was sehr schade war.
Am Ende der Veranstaltung wurden von Ursel Bäumer Fragen beantwortet. Die angeregte anschließende Diskussion wurde hauptsächlich von einer Zuhörerin (mittleren Alters), sowie von uns, den Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums, und dem anwesenden Vertreter des Fördervereins der Stadtbibliothek forciert. Auf einige Fragen bekamen wir jedoch keine Antwort, weil diese sonst die Spannung genommen und den Anreiz zum Weiterlesen verhindert  hätten.“
Von Kira (auch Björn und Eric)

„Außer den Kursmitgliedern war eher ein reiferes Publikum bei dieser Lesung vorhanden, sodass man feststellen kann, dass viele junge Menschen und auch solche mittleren Alters eher wenig an kulturellen Veranstaltungen interessiert zu sein scheinen, obwohl der Roman nicht nur eine Liebesgeschichte eines jungen Mädchens im Alter von 20 Jahren zeigt.[…] Gab es im Vorfeld nicht genügend ausreichende Informationen? Es ist zu überlegen, wie es gelingen kann, insbesondere junge Leute auf Kultur aufmerksam zu machen. Es ist fraglich, ob sie täglich die komplette Tageszeitung lesen oder das Programmheft der Volkshochschule. - Das ist wohl heutzutage nicht der Fall!
Außerdem stellt sich die Frage, woran liegt es, dass die jungen Menschen, kein Interesse an derartigen Veranstaltungen zeigen. Des Weiteren: Hat kulturelles Desinteresse Auswirkungen auf die nächste Generation? Welche Veränderungen sollten vorgenommen werden, damit die Kultur als bedeutsam wahrgenommen wird?“
Von Jasna (auch Kauthar und Kim) unter dem Titel „Lesung – Kultur in Gefahr?“